Freitag, 14. April 2017

Die Zeitungswanderin | Aktuelle Lage




Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich ein paar Worte zu der aktuellen Lage loswerden, was Die Zeitungswanderin betrifft (eigentlich die gesamte Trilogie).

Momentan stehe ich bei der Weltenbewahrerin kurz vor Vollendung der letzten Überarbeitungsrunde. Ich musste einige Kapitel neu schreiben, diese dann noch einmal überarbeiten und die Reihenfolge sämtlicher Kapitel umstellen. Wenn man erst jetzt die zündende Idee bekommt, wie man das Finale schreiben möchte, ist man wohl selbst Schuld :D Trotzdem glaube ich, dass die jetzige Idee besser und überzeugender ist als der ursprüngliche Plan. Daher investiere ich gern Zeit darin, noch einmal alles umzuschmeißen.

Der aktuelle Überarbeitungssheet (Notizzettel, auf dem ich mir sämtliche Ungereimtheiten aufschreibe und dann abarbeite) ist von sechs Seiten auf zwei geschrumpft. Das macht mich sehr glücklich, weil ich trotz der vielen Arbeit, die noch auf mich wartet, das Gefühl habe, voranzukommen.

Doch genau so war dieses Gefühl nicht immer. Vor allem nicht im letzten Jahr. 

Ich überarbeite die gesamte Trilogie seit 2013. Enorm langsam, wenn man das mal genau nimmt. Das weiß ich und es frustriert mich sehr. Wenn ich sehe, dass andere ihren halben Roman in einer Woche überarbeiten und ich gerade mal ein Kapitel in der Zeit schaffe, nervt es mich.

Ich probiere immer dagegen zu steuern, mich nicht mit anderen zu vergleichen, aber die Fragen sind trotzdem da. Schreibe ich zu schlecht, weswegen ich länger zum Ausmerzen brauche? Sollte ich noch mehr und härter arbeiten, um schneller voranzukommen? Hätte ich vielleicht mehr in die Planung investieren sollen, um jetzt nur noch die stilistische Ebene zu korrigieren und ein paar Details? 

Doch genau an diesem Punkt halte ich meistens inne. Versuche meinen Fokus darauf zu lenken, woher ich komme. An welchem Punkt ich war und wo ich jetzt stehe. 

...

Auch wenn es dauert und noch immer von Frust besetzt ist, sehe ich eine enorme Entwicklung.

Mir ist bewusst, dass die gesamte Trilogie kein Meisterwerk ist. Sie wird auch niemals das Zeug zum Bestseller haben. Doch darum geht und ging es mir auch nie. 

Es ist mein Debüt. Debüts sind meistens ausbaufähig, eher ein Ausblick, auf das, was noch kommen könnte, wenn die Autorin mehr arbeitet und daraus lernt. 

Letztes Jahr habe ich mir den Druck gemacht, dass diese Trilogie perfekt werden muss. Eben weil es das Erste ist, was Leser von mir in die Hände bekommen (sofern alles nach Plan läuft :D). Ich muss sie überzeugen und an mich binden, damit ich irgendwann vom Schreiben leben kann. 

Mittlerweile sehe ich das anders. 

Ich habe den Druck rausgenommen. Ich versuche die Trilogie als einen Meilenstein anzusehen. Als eine Station von einem Zug, der noch viele weitere Haltestellen anfahren wird. Manche von ihnen sind schöner gestaltet als andere. Manche Haltestellen werden von den Fahrgästen lieber angefahren als andere.

Und das ist okay für mich. 

Die Zeitungswanderin wird meine Eintrittskarte in eine neue Welt sein. Aber gleichzeitig ist sie auch ein Dokument meiner Arbeitsgeschichte. Ich lerne mit jedem Tag dazu. Probiere Dinge besser zu machen, meinen Arbeitsprozess zu optimieren, mehr über das Handwerk zu lernen und zu versuchen. 

Ich merke jetzt schon, dass sich durch diese intensive Erfahrung der Überarbeitung eine Menge in meiner Arbeitsweise geändert hat. Allein, wie ruhig und besonnen ich an das Plotten von WTIS rangehe. Der Wunsch, alles auf höchster Ebene auszutüfteln und ungern etwas dem Zufall zu überlassen. Denn genau das ist es, was mir die Überarbeitung an der Trilogie so erschwert hat. Der Mix aus Discovery und Planen. Das mag für mich bei Young Adult funktionieren. Aber nicht bei Fantasy und auch nicht bei anderen Projekten.

Allein dafür bin ich diesen letzten Jahren dankbar. Dass ich lernen durfte, um zu lernen. Auch wenn ich gefühlt noch keinen Schritt vorangekommen bin. Aber vielleicht muss ich das im Moment auch noch gar nicht. Vielleicht brauche ich noch mehr Zeit, um das Bestmögliche herauszuholen. Und vielleicht sollte ich nicht immer denken, dass ich ins bodenlose Nichts schreibe und meine Lebenszeit mit etwas verschwende, das nicht mehr zu retten ist.

Seitdem fühle ich mich ruhiger und etwas weniger gestresst und frustriert. Es braucht Zeit. Das ist okay. Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass ich genau diese Zeit nicht habe.

Ich habe sie.
Denn die Zeit, die ich darin investiere, hier zu lernen, spare ich langfristig bei anderen Projekten. Und diese Sichtweise eröffnet mir eine völlig neue Perspektive.






Kommentare:

  1. Ah, ich freue mich für dich, dass du zu dieser Einstellung gekommen bist :). Es ist total okay, nicht perfekt zu sein. Was ist schon perfekt? Auch nur ein subjektives Empfinden, das jeder sowieso anders für sich auslegt...
    Und auch wenn es dauert: du schaffst das! Ich glaube an dich ♥.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Hallo liebe Insi!

      vielen Dank für deinen Kommentar :)

      Perfektion ist so oder so, egal in welchem Kontext, ein sehr schwieriges Wort. Wie du ja selber sagst, es ist höchst subjektiv und da fängt das Problem ja schon an :D

      Danke, ich gebe mir Mühe :)

      Liebe Grüße,
      Sarah

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  2. Hallo liebe Sarah,

    deine neue Einschätzung deiner Selbst und deine Entwicklung gefallen mir und du scheinst an einem entscheidenen Punkt angekommen sein.
    Perfektion gibt es meiner Meinung nach sowieso nicht. Am Ende liegt so vieles im Auge des Betrachters, wie es auch bei dem Begriff Schönheit ist.
    Deshalb finde ich es gut, dass du dich da jetzt nicht mehr so stresst und ruhiger an die Sache rangehst. :-) Dein Debüt ist schließlich etwas ganz Besonderes.

    Liebe Grüße,
    Alex

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    1. Hallo liebe Alex,

      dankeschön :)

      Ich finde schon, dass es in manchen Bereichen Perfektion geben kann. Gerade, wenn es um technische Dinge geht, wo die Perfektion erreicht ist, wenn etwas funktioniert. Aber bei kreativen Dingen ist es so gut wie unmöglich, das zu erreichen.

      Ich hoffe, es gelingt mir, weiterhin so geduldig damit zu sein :D

      Liebe Grüße,
      Sarah

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