Freitag, 31. März 2017

Das Schreiben | Einige Gedanken zu Social Media #2




Hallo ihr Lieben!

Vor etwa einem Jahr hatte ich euch an meinen Gedanken zu Social Media teilhaben lassen und dachte, es wäre eine gute Idee, noch einmal über dieses Thema zu sprechen. Was hat sich geändert? Was ist besser geworden? Was schlechter?

Fangen wir mal an:

Twitter

Damals war ich mir noch unschlüssig, ob ich Twitter überhaupt brauche. Doch im Dezember 2016 erstellte ich dort einen Account. Ich verfiel den Gifs ;) und nutzte die Seite, um meine Gedanken zu allen möglichen Themen (und im Januar dem Dschungelcamp) herauszutröten.

Noch immer nervt mich das Mimimi auf Twitter ungemein. Die User gönnen ja dort echt niemandem was. Ich reagiere wirklich allergisch auf diese Posts, die so provokativ bewusst andere in ihren Bereichen angreifen, die sie lieben. Für mich besteht beispielsweise ein meilenweiter Unterschied zwischen "ich mag kein Dschungelcamp, es nervt mich" und "endlich alle Leute stummgeschaltet, meine Woche ist nun wieder toll geworden". Mein Gott, lasst doch jeden machen!

Ich verachte auch die politischen Diskussionen, die dort stattfinden und von denen ich mich in Zukunft fernhalte. Irgendwo finde ich es erschreckend, dass ich lieber zu brisanten Themen schweige, anstatt meine Meinung kundzutun (immerhin leben wir in einem Land, in dem wir das Glück haben, dies zu dürfen!), aber auf Hetzreden habe ich echt keine Lust. Ich kritisierte beispielsweise im Dezember die Berichterstattung zum Anschlag in Berlin und wurde plötzlich beschuldigt, deshalb (!) die AfD zu unterstützen. What the hell?! Ne, danke. Also lieber ruhig sein und die Augen rollen.

Dennoch möchte ich Twitter vermehrt und besser dafür nutzen, andere über meine aktuellen Fortschritte auf dem Laufenden zu halten und die eine oder andere Anekdote zu berichten. Außerdem für Fotos, die zwar lustig sind, aber nicht unbedingt zu Instagram passen. Momentan gelingt mir das noch nicht allzu gut. Aber ich kriege irgendwann den Dreh raus, denke ich :)

Ich kann nicht genau sagen, ob ich mich dort wohlfühle. Manchmal nervt mich Twitter mehr als sonst was, aber es ist nett, kurz und schnell Mitteilungen zu versenden. Vielleicht sollte ich auch nochmal meine Following-Liste checken, um nicht permanent schlechte Laune zu bekommen.
Hat jemand Tipps oder Empfehlungen für Profile, denen ich folgen sollte? :)

Hier kommt ihr zu meinem Profil. 

Instagram

Nach wie vor liebe ich Instagram total. Mein Ziel ist es, dort besseren Content zu produzieren. Bilder qualitativ besser zu gestalten und mehr Menschen zu erreichen. Ob mir das gelingt, werden wir sehen. Letztendlich könnt das sowieso nur ihr entscheiden ;)
Jedenfalls möchte ich gern Zeit und Wissen investieren, um mich hier zu verbessern.

Was ich schade finde, ist, dass seit Ende letzten Jahres irgendwie der Wurm drin ist, was die Follower angeht. Mir folgen fünf Leute, von denen direkt wieder drei abspringen. In so krasser Form ist mir das vorher nicht passiert (immerhin war ich zu dem Zeitpunkt schon ein Jahr dabei). Hat jemand eine Ahnung, woran das liegen kann?

Instagram ist jedenfalls meine Hauptplattform, auf der ich mich gerne bewege und auf der ich mich wohl fühle. Dort herrscht kein Hass, kein Mimimi und ich muss mich nicht mit Diskussionen abgeben, sondern kann einfach in Ruhe Bilder angucken.

Hier kommt ihr zu meinem Profil.


Facebook

Tjaaaa, Facebook.

Ich habe seit März letzten Jahres nichts mehr dort gepostet und es hat mir weder gefehlt, noch Spaß gemacht. Trotzdem habe ich dort viel gelesen und auf verschiedenen Profilen rumgeklickt. Jedes Mal ging es mir danach schlecht und ich steckte in einem Kreislauf aus Selbstzweifeln. 

Ohne, dass ich es genau begründen kann, ist der Ton für mich auf Facebook ein anderer als auf Instagram oder Twitter. Dort ist der Konkurrenzdruck spürbar, das Gefühl, immer die besten Erfolgsstories raushauen zu müssen und besser, schneller, toller und erfolgreicher zu sein. Vielleicht ist daher der Content auf dieser Plattform auch ein anderer. Wenn jemand ein schönes Bild macht und seine Neuerscheinung bewirbt, kann ich mich an dem Bild erfreuen, ohne das Gefühl zu haben, dass derjenige schneller arbeitet oder mir was andrehen will. Das Gefühl habe bzw hatte ich auf Facebook nie.

Daher habe ich Facebook im Januar konsequent gemieden und siehe da: Diese "du arbeitest zu langsam"-Gedanken waren weg. Ja, es ist blöd, dass ich so lange brauche. Aber es ist, sofern es dazu kommt, meine erste Veröffentlichung. Sollte ich mir dafür nicht ausreichend Zeit nehmen, ohne etwas zu überstürzen? Ist das nicht schlau, es richtig und anständig zu lernen, bevor man im großen Teich mitmischt?
Ich habe endlich Frieden mit mir selbst und meinem Arbeitstempo schließen können und das nur, weil ich diese bescheuerte Plattform ENDLICH meide.

Zack, sofort habe ich meinen Account dort deaktiviert. Egal, ob das schlau ist. Dieser Druck, dass da noch eine Präsenz ist, die ich bedienen müsste, wenn ich klug wäre und eigentlich nicht will. Wollte ich nicht mehr. Die Zeit und Arbeit, die ich da rein hätte stecken müssen, um Facebook zu verstehen und sinnvoll zu nutzen, stecke ich lieber in meine Geschichten selbst.

Denn letztendlich bin ich Autorin und NICHT Social Media Manager. Dieser Druck, immer 24/7 präsent sein zu müssen, abzuliefern und mich zu hetzen, endlich was zu veröffentlichen, weil ich sonst niiiieee dazu komme, kam nur durch Facebook. Brauch ich nicht, will ich nicht. Ende im Gelände.

Blog

Was mich auch dazu führt, dass ich mehr Zeit darin investieren möchte, die Reichweite meines Blogs zu vergrößern. Momentan habe ich noch keine richtigen Pläne, aber es steht auf meiner Liste. Mir liegt viel an diesem Ort. Ich liebe es, zu bloggen. Und ich wäre blöd, wenn ich dafür Zeit auf Facebook verdaddle, nur weil es jeder macht und es ja ach so schlau wäre. Irgendwie wird es auch anders gehen, auch wenn es vielleicht der härtere und weniger effektive Weg ist. Doch das ist der Ort, an dem ich mich wohlfühle und daher sollte ich ihn auch nutzen.

YouTube

Es reizt mich sehr, YouTube auszuprobieren. Jedoch mangelt es mir schon am Werkzeug Nummer eins, einer Kamera mit guter Qualität. Einfach hochladen und Erfolge feiern ist dort ja nicht mehr. Außerdem wird es für mich aus anderen Gründen schwierig, regelmäßigen Content zu produzieren. An manchen von ihnen kann ich derzeit nichts ändern, weshalb es vorerst bei dem Grundgedanken bleibt. Jedoch möchte ich dieses Medium nicht gänzlich ausschließen.

Pinterest

Ich zähle auch mal Pinterest dazu. Zwar nutze ich diese Plattform eher für mich und aus egoistischen Zwecken, jedoch habe ich dort seit Januar eine Pinnwand mit Bildern meines Blogs erstellt, die zu Blogposts leiten, die ich für hochwertig empfinde. Ob es jetzt meine Leserschaft auf sarahforce.de vergrößert oder ob es etwas bringt, sei dahingestellt. Aber es tut nicht weh und schadet nicht, also, warum nicht?

Spotify

Kann man Spotify als eine Social Media Präsenz dazuzählen? Ich bin mal so frei und mach das. 

Wieso bin ich eigentlich so blöd und entdecke dieses coole Programm erst jetzt? Ja, total late to the party, ich weiß. 

Seit ich weiß, dass man es kostenlos mit einigen Werbeunterbrechungen (die aber echt weniger dreist als bei YouTube sind) nutzen kann, erstelle ich dort munter etliche Playlists zu meinen Romanen und feiere es, dass ich ENDLICH eine "Smooth Criminal Admiration"-Playlist habe. Ja, Spaß muss sein (ich habe mich bei der Version mit den Klangschalen totgelacht!)

Jedenfalls könnt ihr dort musikalische Untermalung zu meinen Projekten* finden, wobei es dazu auch nochmal gesondert Blogposts geben wird, weshalb, warum, wieso und überhaupt. Manche Playlists sind noch geheim, aber ihr werdet sie irgendwann alle zu Gesicht ... äh ... Gehör ;) bekommen. 

*aber auch Smooth Criminal in tausend Variationen und australische Musik





Das sind meine derzeitigen Gedanken, Pläne und Einstellungen zu Social Media. Wo bewegt ihr euch am liebsten? Welche Plattform mögt ihr gar nicht? Warum? Bin sehr neugierig auf eure Antworten! :)




Freitag, 24. März 2017

Die Zeitungswanderin | Sprache




Hallo ihr Lieben!

Im heutigen Post zu meinem Roman Die Zeitungswanderin soll es um Sprache gehen. 

Sprache allgemein hat schon immer eine sehr große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Ich liebe Sprachen, ich liebe Wörter und ich liebe, was man damit tun kann. Wie man mit allem, was der Wortschatz so hergibt, spielen kann und was sich daraus für neue Möglichkeiten ergeben.

Obwohl Linguistik in meinem Germanistik-Studium immer mein schlechtestes Fach war, konnte es meine Faszination nicht trüben und hat meiner Vorliebe auch keinen Abbruch getan. Ich habe zwar nicht immer alles verstanden (bei Aussagenlogik hört der Spaß dann irgendwann auch mal auf), aber interessant fand ich es immer.

Daher stand für mich fest, dass ich diese Liebe in Die Zeitungswanderin eingliedern wollte. Keine Sorge, ich verrate an dieser Stelle natürlich nicht wie und was und warum. Aber es werden einige Besonderheiten in dem Roman existieren, was Sprache angeht :) 

Die größte Herausforderung war für mich hierbei, nicht in totale Nerdigkeit abzudriften. Zuerst einmal hatte ich hierbei die Zielgruppe im Blick. Die Trilogie richtet sich an Leser ab 14 Jahren aufwärts. Wenn man sich überhaupt schon in dem Alter für Bücher interessiert, ist das mehr als genug. Da muss man nicht auch noch ein stark ausgebildetes Interesse an Sprache mitbringen, um meinen Roman überhaupt erst verstehen zu können. Das wäre dann doch etwas viel verlangt. Daher war es mir wichtig, dass der Lesefluss noch immer funktioniert. 

Der zweite Grund war, dass nicht jeder (und schon gar nicht Lesende ab 14 Jahren) Linguistik studiert haben und demnach in der Lage sein werden, die Dialoge in meinem Roman zu verstehen. Also habe ich den Nerd in mir in die Ecke gesetzt und das Ganze etwas vereinfacht, auch wenn ich mit einigen Regeln brechen musste, die mir Linguisten bestimmt übelnehmen werden ;) 

CVCC-Struktur (einzelne Schichten von Silben)
Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg), S. 112

Hierbei war das Buch, welches ich in einem ersten Semester an der Uni anschaffen musste, die größte Hilfe. Dass ich dort noch einmal abseits des Studium so oft nachschlagen und hereinschauen würde, hätte ich niemals gedacht. Obwohl ich viele Themen darin missverständlich abgehandelt finde, ist das mein liebstes Buch im gesamten Studium gewesen, weil ich das Gefühl habe, dass sich diese Investition sehr gelohnt hat. (Von dem Mittelhochdeutsch-Weddige kann ich das nicht behaupten, den haben so manche Studenten versucht in der Toilette zu ertränken. Zu Recht)

Auch jetzt, wo ich den Post vorbereite und darin blättere, merke ich, wie sehr es mich in den Fingern juckt, am liebsten noch einmal alles zu lesen. Ich habe mittlerweile schon so viel vergessen und das ist echt schade. Wenn die Mehrheit wüsste, was die deutsche Sprache alles so kann, wäre sie definitiv überrascht. 

Aber zurück zum Thema: 
Zum Beispiel war es anfänglich der Plan, dass Figuren die stimmhaften Konsonanten mit den stimmlosen tauschen.  

Stimmhafte und stimmlose Obstruenten
Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg), S. 89

Stimmlose Konsonanten sind*:
[P] wie in Pass
[T] wie in leiten
[K] wie in Kasse
[S] wie in weißen
[F] wie in Feier
(hierbei ist nicht die Schreibweise, sondern die Verlautung entscheidend, daher sind die Buchstaben in eckigen Klammern geschrieben, gemäß der Verlautungstabelle - IPA - Internationales Phonetisches Alphabet)

Stimmhafte Konsonanten sind*:
[B] wie in Bass
[D] wie in Leiden
[G] wie in Gasse
[Z] wie in weisen
[V] wie in Weier

Obwohl ich die Idee noch immer ziemlich cool finde, war der Lesefluss überhaupt nicht mehr gegeben. Ihr seht ja schon anhand der Beispiele, dass dadurch vollständig andere Worte entstehen, die ein komplett anderen Sinn ergeben als den, der eigentlich vorgesehen war. Eine Sprache, die nicht selbsterklärend ist, kann niemand der Zielgruppe gebrauchen. Also verwarf ich die Idee sehr schnell wieder, da ich während der Überarbeitung selbst vollständig den Faden verloren habe. 

Konstituentenstruktur (Säte in einzelne Abschnitte zerlegen)
Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg), S. 129
Trotzdem hat es mir enorm viel Spaß gemacht, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, auch wenn der Nerd in mir aufgrund der Zielgruppe nicht ganz zufriedengestellt werden konnte. Ich habe zwar keine eigene Sprache entworfen, so wie es in Game of Thrones oder Herr der Ringe der Fall ist, aber das war auch gar nicht mein Ziel.

Lasst euch überraschen! :)

Wie findet ihr Sprachen allgemein? Interessiert es euch, oder steht ihr dem Thema neutral gegenüber? Habt ihr eine besondere Lieblingssprache? Warum? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin furchtbar neugierig! :)






*Quelle: Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg.), J. B. Metzler Verlag 2007

Montag, 20. März 2017

Inspiration #4




Hallo ihr Lieben!

Im heutigen Inspirationspost gibt es ein Lied, welches ich euch zeigen möchte:



Ich habe es zum ersten Mal vor einigen Jahren auf YouTube entdeckt, als ich eine Playlist für epische Musik zum Schreiben der Zeitungswanderer-Trilogie suchte. 

Inspiriert hat es mich jedoch zu Szenen, die in der Wüste spielen. Irgendwann möchte ich mich den Fantasyprojekten für Materior widmen und dort spielt auch ein Wüstenvolk eine Rolle. Konkret sind die Ideen noch nicht, daher kann ich euch kaum etwas dazu sagen. Selbst wenn ich es wollte :D Jedoch sehe ich immer eine Karawane vor mir, wenn das Lied spielt. Das gleißende Sonnenlicht und die Dünen. Hitze und Dürre. 

Ich freue mich schon sehr darauf, mich diesem Lied vollkommen zu widmen, wenn das Plotten an Materior aktuell wird :)



Welches Lied hat euch zuletzt inspiriert?









Freitag, 17. März 2017

Amicitia | Reise durch Polen #3





Hallo ihr Lieben!

Im dritten Teil dieser Serie befinden wir uns zwar nicht in Polen, sondern in Litauen, aber da das Baltikum nur einen kleinen Teil der Tour ausmacht, habe ich es im Titel nicht erwähnt. 

Heute möchte ich euch mit zu einem besonderen Ort nehmen, dem Berg der Kreuze, oder auch der Siauliai Berg. Dieser Ort ist ein katholischer Wallfahrtsort in Litauen. Ich persönlich finde das Wort "Berg" etwas übertrieben, da es eher einem Hügel gleicht (den man vor lauter Kreuzen sowieso kaum sieht), aber Reiseführer müssen Dinge ja immer etwas beschönigen :D 


Wie der Name schon sagt, spielen Kreuze eine wichtige Rolle. Ihr könnt anhand der Bilder auch erkennen wieso - jeder, der möchte, kann dort ein Kreuz aufstellen, hauptsächlich um sich etwas zu wünschen, jemandem zu gedenken oder sich für etwas zu bedanken. 

Die Kreuze unterschieden sich alle sehr voneinander. Manche waren sehr schmucklos und lieblos in die Erde gestampft worden, manche waren mit kunstvollen Schnitzereien übersät, sodass es schon wieder ein wenig zu viel des Guten war.
(Auszug aus Amicitia - Chaos zu sechst)

Wie dieser Ort entstanden ist, könnt ihr gern hier nachlesen. Ich möchte vor allem den historisch-politischen Kontext ungern in Kürze darstellen, da ich zu wenig von der Thematik verstehe und keine falschen Darstellungen abgeben möchte. Denn darum soll es hierbei auch gar nicht gehen. 


»Wow, da geht’s aber echt zur Sache«, kommentierte Danny und ich musste trotz der seltsamen Situation lachen. 
Aber es stimmte: Vor uns türmten sich so viele Kreuze auf, wie ich sie noch nie in meinem Leben an ein und derselben Stelle gesehen hatte. 
(Auszug aus Amicitia - Chaos zu sechst)



Obwohl es schon ewig her ist, dass ich an diesem Ort gewesen bin, kann ich mich noch sehr an diese seltsame Atmosphäre erinnern. Man war ein wenig bedrückt, weil viele der Kreuze auch in Gedenken an Tote aufgestellt wurden, aber man fühlte auch den touristischen Kommerz dahinter. Das fand ich ein wenig schade, aber so ist das wohl bei solchen Orten immer irgendwie. 



Wie findet ihr diesen Ort? Unheimlich oder anziehend? Würdet ihr ihn besuchen, wenn ihr in Litauen unterwegs seid? Ich bin gespannt auf eure Antworten! :)



Freitag, 10. März 2017

Das Schreiben | Ideenfusionierung



Hallo ihr Lieben!

Im heutigen Post möchte ich das Thema Ideenfusionierung ansprechen. 
Hinter dem futuristisch angehauchten Wort steckt nicht mehr (oder weniger ;)) der Gedanke, bestehende Romanideen miteinander zu verschmelzen, um so den Zeit- und Arbeitsaufwand geringer zu halten. 

Das klingt im ersten Moment furchtbar pragmatisch und steht im krassen Kontrast zu dem romantisch angehauchten Bild, das viele Außenstehende von Autoren haben, schätze ich. Aber auch Autoren brauchen hier und da mal ein wenig Pragmatismus, um zu überleben :D

Ich führe eine Excel-Tabelle, in der ich jedes Projekt eintrage. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Ideen, die sehr gute Chancen haben, realisiert zu werden, da ich so einen Überblick erhalte, was da so alles auf mich zukommt. Ich trage aber auch Ideen ein, die bisher nur als flüchtiger Gedanke in meinem Kopf existieren und von denen ich nicht weiß, ob jemals mehr daraus wird. Es beruhigt mich, alles auf einen Blick vor der Nase zu haben. 

Fakt ist, dass ich niemals alle Ideen während meines Lebens realisieren kann, wenn ich den Anspruch hege, das Beste daraus zu machen. Da schleicht sich hier noch eine Idee dazwischen, da möchte ein Folgeband geschrieben werden und plötzlich stellt man fest, dass aus dem Einzelband eine Trilogie werden muss, weil sich sonst nicht alle Fragen und Handlungsfäden zufriedenstellend ineinanderfügen. 

Also setze ich mich mindestens ein Mal im Jahr hin und schaue alle Ideen durch. Meistens geschieht das im Rahmen meines Hausstauballergie-Festivals, das ich jedes Jahr im Januar zelebriere. Es gibt mir ein gutes Gefühl, direkt am Anfang des Jahres Ordnung in meine Projektideen zu bringen. 

Ich habe also meine Excel-Tabelle geöffnet, mein Ideennotizbuch und ein paar Schmierzettel.
In meinem Ideenotizbuch trage ich alle losen oder konkreten Ideen ein. Das kann von einem Dialog, einer Szene, nur einem Satzfetzen bis hin zu Ideen für Welten ohne Charaktere und Handlung, Themen, Namen, Fantasydetails alles sein. In (un-)regelmäßigen Abständen blättere ich darin herum und schaue, welche Idee mich noch so sehr fesselt, dass ich etwas daraus machen möchte.

...

Und nun beginnt die Ideenfusionierung:
Ich überlege, welche mehr oder weniger konkrete Idee so lose ist, dass es sich lohnen könnte, sie in eine bestehende Romanidee zu integrieren. So spare ich es mir, eine komplette Storyline samt Charakteren und Worldbuilding zu plotten, sondern gliedere einen Punkt in ein bestehendes Netz ein und habe so einen Roman weniger, den ich schreiben muss.

Mir geht es nicht darum, dass ich mich vor dem Schreiben drücken möchte oder mich auf möglichst galante Art durch diese Tätigkeit mogeln will. Vielmehr geht es darum, meinen Durst nach den Ideen, auf die ich richtig Lust habe, zu stillen und das ohne unnötigen Aufwand, für den mir die Zeit fehlt.

Zum Beispiel hatte ich letztes Jahr eine Idee für einen Endzeit-Roman. Alles, was existierte, war eine Szene, ein paar Bilder auf Pinterest und der Wunsch, diese Idee möglichst bald zu plotten. Da aber andere Projekte Vorrang haben, stellte ich es hinten an. 
Diesen Januar realisierte ich, dass es keinen Sinn ergibt, für diese winzige Idee ein komplettes Szenario zu entwerfen und freute mich, dass ich den Fetzen in ein bestehendes Romanprojekt schmuggeln konnte und dadurch ganz andere Wege einschlagen kann. New Tomorrow war bisher immer eines meiner Sorgenkinder und ich war schon kurz davor, das Ding vollständig aufzugeben. Doch nun habe ich das Gefühl, dass ich endlich auf dem richtigen Weg bin, in die Richtung zu gehen, die das Projekt von Anfang an wollte. Hier hat sich die Ideenfusionierung also definitiv gelohnt.

So ging es mir auch mit einem anderen Projekt. Starcatcher ist aus der Liste meiner Projekte rausgeflogen, weil ich es nicht mehr schreiben werde. Ich hänge an den Charakteren und auch an der Thematik. Aber die Storyline gefiel mir aus viel zu vielen Gründen überhaupt nicht mehr und ich habe ehrlich gesagt wenig Elan, dort das Bestmögliche herauszuholen. Ich habe schon viel zu viel daran herumgeschraubt und war bisher nie zufrieden. Aber das ist in Ordnung. Denn ich habe gemerkt, dass es nur einzelne Fragmente sind, die ich wirklich an der Idee mag und diese reichen nicht aus, um einen eigenständigen Roman daraus zu erarbeiten. Daher habe ich die Dinge, die ich daran mochte, konserviert und werde sie in ein anderes Projekt integrieren. Es tat für einen Moment weh, aber ich weiß, dass es die richtige Entscheidung ist, da sich mein Gewissen entlastet fühlt, diese Geschichte nicht "retten" zu wollen / müssen. 

Manche Ideen sind gut. Andere sind nicht mal so gut, dass es sich lohnt, Reanimation zu betreiben. 

Ideenfusionieren ist also immer ein Mittelweg zwischen Trauer und Vorfreude. Ein surreales Gefühl, das mich aber mit einem zurücklässt: Ruhe und Zufriedenheit.



Jetzt seid ihr dran: Wie handhabt ihr eure zahlreichen Ideen?




Montag, 6. März 2017

Inspiration #3



Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch mal wieder ein Buch vorstellen, das mich vor kurzem unglaublich inspiriert hat.



Almaz A hat mich schon sehr lange mit diesen wundervollen, poetischen und melancholischen Texten auf Instagram faszinieren können. Als ich erfuhr, dass ein Buch zu den Texten existiert, musste ich es sofort haben. Zugegeben, man hat es schnell durchgelesen, weil es wirklich nicht dick ist und nur die rechte Seite mit kurzen Texten beschrieben ist, aber ich finde den Preis von knapp 6€ in Ordnung.

Denn die Worte konnten mich sehr, sehr tief berühren. Ich musste mehrmals innehalten, weil sich die Worte so perfekt in die Geschichte von WTIS fügten, dass ich am liebsten das gesamte Buch in meinem Roman integrieren würde. Es wird mir auf jeden Fall eine gute Hilfe sein, mich in bestimmten Szenen in die richtige emotionale Stimmung zu versetzen und darauf freue ich mich schon sehr. 

Es hat mich mehr als nur inspiriert und ich weiß, dass ich es mehrmals lesen werde. 






Freitag, 3. März 2017

Das Schreiben | Authentizität



Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich über das Thema Authentizität sprechen. 

Ich hatte in einem etwas älteren Post erzählt, weshalb ich unter Pseudonym schreibe. Bevor ich diesen Blog und damit auch meine Identität als Autorin ins Leben gerufen habe, habe ich mir etliche Gedanken gemacht, wie ich wahrgenommen werden möchte. Wer ich sein möchte. Wie ich möchte, dass Sarah Force ist.

Im ersten Moment war ich überwältigt von den Möglichkeiten, die sich mir dadurch auftaten. Es wirkte fast so, als würde ich einen neuen Charakter plotten. Mit allem, was dazu gehört, nur ohne dem äußeren Erscheinungsbild. Völlig im Fieber, schrieb ich Dinge auf Notizzettel. Ich wollte stark sein. Unbreakable. Das, was mein Nachname aussagt - force. Ich sollte voller Kraft sein, immer fröhlich und immer selbstbewusst. Ich wollte als Sarah Force jemand sein, zu dem andere aufblicken und sagen könnten "Wie macht die das nur?" Ich meine ... wer will das nicht? 

Doch dann hielt ich inne. Ich schaute auf meine Notizen und schüttelte nur noch mit dem Kopf. Eine Sekunde später landeten sie zerrissen im Papierkorb.

Wieso?

Weil das nicht ich bin.
Und das, was ich nicht bin, kann auch Sarah Force nicht sein.

Denn Fakt ist doch, je mehr ich die Person hinter dem Pseudonym und das Pseudonym selbst spalte, desto mehr entferne ich mich von mir ... selbst. Ich würde eine Rolle spielen. Ein Fantasie-Ich, das zwar irgendwie im Internet auf Instagram oder hier auf dem Blog existiert. Aber nicht im realen Leben und vor allem nicht in mir (oder um es melodramatisch auszudrücken: In meinem Herzen).

Ich bin nun mal ich. 

Ich bin eine Person, die sich um alles zu viel einen Kopf macht. Die vermutlich mehr als nötig von Selbstzweifeln geplagt wird und immer wieder gegen Mauern rennt, die nur in meinem Kopf existieren. Ich habe manchmal Angst vor Dingen, die ich kaum benennen kann. Ich frage mich mehr als oft, ob ich gut genug bin, um jemals etwas mit dem Schreiben zu erreichen.

Ich bin also genau das, was ich im ersten Moment mit Sarah Force NICHT sein wollte.


Und um ehrlich zu sein, sind das alles keine Dinge, die man über andere lesen will, oder? Im Internet will man unterhalten werden, sich zerstreuen und süße Katzenvideos angucken. Aber ist das das reale Leben? Bling-bling-Bilder auf Instagram, YouTuber, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, sich so viel Schminke ins Gesicht zu klatschen, dass man sie ungeschminkt gar nicht mehr erkennt? Es ist SO einfach, im Internet ein Fake-Leben zu erschaffen und sich darin zu verlieren.

Das will ich nicht. ICH will so nicht sein.
Ich will keine Rolle spielen, die ich selber nicht einhalten kann, weil mein wahres Ich darin verschwindet.

Es fällt mir sehr schwer, mich zu verstellen. Es verlangt mir enorm viel Kraft ab, allein schon einen Tag so zu tun, als sei alles okay, wenn das nicht so ist. Von daher wäre es totaler Irrsinn, eine Identität zu kreieren, die genau das Gegenteil von dem ist, was ich eigentlich bin. Ein Ich zu erschaffen, das das ist, wie ich manchmal gerne mehr wäre. Aber so bin ich nicht. Und in vielen Dingen werde ich auch nie so sein.

Aber das ist doch okay. 

Denn das bin ICH. Und das ist authentisch.

Ich lebe als Sarah Force keine Kopie. Ich lebe auch kein Traum-Ich, das total cool ist und alles locker wegsteckt. Aber damit zeige ich, dass ich ein Mensch bin und dass ich vor allem eines bin: echt.

Für mich persönlich ist das nämlich die größte Kunst. Zu sich zu stehen, auch wenn man damit Schwächen offenbart oder sich vielleicht auch mal unbeliebt macht. Aber wenigstens stehe ich so zu mir und dem, was ich an Ansichten, Meinungen und Haltungen vertrete. Und das könnte ich nicht, wenn ich vorgebe, jemand zu sein, der ich gern wäre.

Von daher: Es tut mir leid, falls mal Jammer-Posts auftauchen. Falls ich in meinen Monatsrückblicken auch mal geknickt bin oder alles blöd finde und hinschmeißen will. Ein kleiner Teil von mir wäre gern jederzeit am Strahlen und fröhlich. Das bin ich aber nicht.

Dafür könnt ihr euch aber sicher sein, dass alles an Sarah Force und auf meinen Internetpräsenzen echt ist. 




 
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