Freitag, 13. Januar 2017

Das Schreiben | Das Schreiben und das Ballett




Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich mit euch darüber sprechen, warum mich das Ballett so fasziniert, motiviert und vor allem inspiriert.

Denn für mich ist das Ballett dem Schreiben sehr ähnlich.

Als Autor lebt man irgendwie nie wirklich in der richtigen Welt. Also meistens nicht zu 100%. Irgendein Gedanke steckt immer in einer Geschichte fest und man erlebt das Jetzt eher verwaschen, als wäre man gar nicht Teil seines eigenen Lebens.

Man verbringt sehr viel Zeit vor dem Bildschirm und am Schreibtisch. Man opfert seine Freizeit für die Berufung, verzichtet vielleicht auch so manches Mal, sich mit Freunden zu treffen, ins Kino zu gehen oder sonst etwas zu tun, was andere Menschen machen, um vom Alltag abzuschalten. 

Man kommt selten gegen diesen Drang an, einfach mal die Datei oder das Notizbuch zu schließen, weil es etwas ist, das einem wichtig ist und das man gern tut. Denn die meisten Opfer, die man dafür bringt, um Zeit zum Schreiben zu erübrigen, nimmt man als Autor gar nicht als solche wahr.

Der Respekt und die Anerkennung, die einem als (unveröffentlichter) Autor entgegen gebracht werden, fallen meist, wenn überhaupt, verhalten aus. Ich habe oft genug darüber gesprochen, daher verliere ich dazu keine weiteren Worte mehr. Ihr wisst, was ich damit sagen möchte ;)

...

Ist das nicht beim Ballett irgendwie genauso?

Tänzer leben zwischen der realen Welt und der "Ballettwelt". In wie vielen Serien oder Dokumentationen wird genau das thematisiert? Dass sich die Ballerinen ausgeschlossen fühlen, weil sie am normalen Leben nicht teilnehmen können, gerade in der Pubertät. Wenn alle ihren ersten Freund haben, rasen sie von Schule zum Unterricht oder üben privat weiter. Sie leben für das, was sie lieben und verzichten dafür automatisch auf andere Dinge, die "normale" Teenager tun.

Nur, dass es weder für sie, noch für die Autoren Verzicht ist. Es ist das, was getan werden muss, um das zu leben, was man liebt.

Tänzer verbringen unendlich viele Stunden in Tanzstudios, hinter der Stange oder im Sportraum, um fit zu bleiben. Sicherlich ist das gesünder, als nur vorm PC zu hocken, aber verschleißen tut der Körper auch so. 

Die Anerkennung, die solche Menschen erfahren, hält dabei aber nur wenige Jahre an, wenn man es überhaupt schafft. Die Bedingungen, um an die Spitze der Karriereleiter zu gelangen, sind mindestens genauso hart, wie einen Vertrag von einem renommierten Verlag zu erhalten, denke ich. Die Konkurrenz ist in beiden Bereichen enorm hoch. (wäre das Leben doch nur wie in Sims, oder?)

Nur dass bei Tänzern irgendwann der Körper nicht mehr will und die Zeitspanne, in der sie etwas erreichen können, deutlich kürzer ist, was das Ganze vielleicht noch härter macht.

Vielleicht sind die Vergleiche für den einen oder anderen, gerade für Tänzer, völlig aus der Luft gegriffen, das mag sein. Aber jedes Mal, wenn ich eine Tanzserie schaue, Dokumentationen über das Ballett oder Filme, die diesen harten Weg aufzeigen, sehe ich die Parallelen.

Jedes Mal spüre ich diese enorme Erfurcht in mir, was Tänzer tagtäglich leisten, um diesen beinahe unerreichbaren Traum, der nur für wenige Jahre gelebt werden kann, zu erreichen. Sich diese Leidenschaft zu erfüllen.

Und dann frage ich mich, wieso ich das so beeindruckend und faszinierend finde. Nichts anderes tun Autoren auch jeden Tag, wenn auch auf andere Weise.

Nichts anderes tue ich jeden Tag.

...

Daher motiviert mich das Ballett immer wieder aufs Neue, weiterzumachen und am Ball zu bleiben. Wenn Tänzer, die vielleicht nur zehn Jahre ihren Traum wirklich aktiv leben können, so hart dafür arbeiten und alles geben, wieso wage ich es dann, ans Aufgeben zu denken?
Ich denke, dass man als Autor eine Menge von dieser Disziplin und dem Fleiß lernen kann. Zumindest fühle ich mich daran erinnert, wenn ich einen Tanzfilm schaue. Härter und fleißiger an mir selbst zu arbeiten und vor allem eines:

Nicht aufzugeben, egal, wie steinig der Weg auch sein mag. 







Kommentare:

  1. Hallo liebe Sarah,

    ich finde deinen Vergleich überhaupt nicht aus der Luft gegriffen, sondern sehr passend. Ich bin zwar kein "Vollzeit-Autor", aber kenne diese angesprochenen Probleme natürlich auch und finde die Vergleiche sehr passend und realitätsnah, auch wenn ich es selber noch nie damit verglichen habe.

    Ein wirklich schöner und irgendwie zugleich erleuchtender, als auch leicht deprimierender Blog Post.

    Liebe Grüße,
    Alex

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo liebe Alex,

      danke, es freut mich, dass der Vergleich nicht vollkommen abwegig ist :D
      Ich denke, dass sich jeder Autor mit diesen Gefühlen und Gedanken identifizieren kann, wenn auch unterschiedlich stark.

      Es ist ja leider kein Geheimnis, dass Künstler nie die Anerkennung erfahren, die ihre Arbeit und ihr Einsatz eigentlich verdienen...

      Liebe Grüße,
      Sarah

      Löschen
  2. Wunderschöner Post und eine tolle Art der Motivation ♥
    Ich muss ja gestehen: ich habe noch nie ein richtiges Ballett live gesehen v_v... Dabei finde ich Tanz super schön und schaue auch wahnsinnig gerne Filme/Serien mit dieser Thematik. Falls wir uns irgendwann mal treffen sollten, müssen wir zusammen ins Ballett gehen ;D.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Insi,

      dankeschön!
      Ich war vor einigen Jahren in Nussknacker und Schwanensee. Es ist schon eine tolle Erfahrung, das mal live zu erleben, wobei man es auch wirklich mögen muss, weil man es sonst langweilig finde könnte, glaube ich.
      Sehr gerne! Am besten dann in der Sydney Oper ;)

      Liebe Grüße,
      Sarah

      Löschen

 
"Dreamer" Design by Mira @CopyPasteLove