Mittwoch, 31. August 2016

Gelebt | August 2016




Puh. Was für ein Monat. Genauso wechselhaft wie das Wetter war, waren auch meine Launen.
Schön war es aber, dass zum Ende hin die Sonne nochmal Hallo gesagt hat und ich die Tage draußen im Garten verbringen konnte.



Ich habe den August hauptsächlich mit der Überarbeitung der Lichtmagierin verbracht. Dazu aber in der kommenden Sparte mehr.
Für einige Tage habe ich auf die Katzen meiner Schwester aufgepasst, weil sie im Urlaub war. Dass das Arbeiten durch Kuschelattacken etwas schwierig war, haben einige auf Instagram mitbekommen :D Problem ist: Ich reagiere höchst allergisch auf die Tiere (tränende Augen, Hautreizungen, Niesanfälle, Nebenhöhlenprobleme, volles Programm also), sie lieben mich aber abgöttisch. Und wenn eine Katze dich zum Schmusen auswählt, kann man da nein sagen? Hach. Dabei hab ich die Rabauken wirklich richtig lieb.
Ansonsten hatte ich einige richtig gute Tage, wo ich total produktiv war und ordentlich was geschafft habe. Ich habe meine Angst vor dem Exposé überwunden, wenn auch mit mittelmäßigem Erfolg. Aber dann gab es die Momente, wo es mir nicht so gut ging und das dominierte meine Grundstimmung in diesem Monat sehr.
Ich war teilweise sehr melancholisch drauf, wo einige Gründe reinspielen, die ich aber alle gar nicht so genau benennen kann. Was es nicht unbedingt leichter macht, wenn man so eigentlich gar nicht drauf sein möchte^^


Ich habe diesen Monat mein Exposé für Die Zeitungswanderin erstellt. Und ehrlich gesagt: Ich bin so froh, dass ich Annika Bühnemann habe. Jeder, der gedenkt, ernsthaft ein Exposé zu schreiben, wird wissen, wie schwierig das ist. Ich habe bisher von keinem Autoren gehört, dem das leicht fällt. Hätte ich mir nicht selbst in den Hintern getreten und sie um Hilfe gebeten, wäre mein Dokument noch immer leer. Und weiterhin total unverständlich *hust*. Diese Motivation von außen, zu wissen, dass da jemand auf deinen Einsatz wartet, hat mir enorm geholfen, es endlich zu wagen.
Ich kann mich sehr gut selbst motivieren und tue das täglich. Aber ich denke, dass jeder vor Dingen zurückscheut, die er nicht mag, nicht gut kann und lieber verdrängen will. Daher fand ich das sehr hilfreich.
Die zweite Überarbeitung von Die Lichtmagierin ist abgeschlossen. Wieso ich das noch nirgendwo erwähnt habe? Weil meine merkwürdige Stimmung dazu beitrug, dass ich mich darüber überhaupt nicht freuen konnte. Ich habe vier Seiten Notizen erstellt, die ich in der dritten und dann auch wirklich letzten Überarbeitung abarbeiten werde, um die verbliebenen Plotlöcher und Unstimmigkeiten zu stopfen. Es fühlt sich noch immer nicht so gut an, wie es sollte. Aber das hängt vielleicht auch damit zusammen, in welcher Zeit ich den Roman geschrieben habe, dass das unbewusst mitschwingt (dazu mehr übermorgen).
Die letzte Augustwoche habe ich damit verbracht, Amicitia nochmal zu lesen, weil ich probieren möchte, die erste Überarbeitung in den letzten Monaten von 2016 über die Bühne zu kriegen. Ein bisschen wahnsinnig, ich weiß. Aber probieren kann man es ja mal :D



Dieser Monat war extrem wechselhaft. Nicht nur beim Wetter und meinen Launen, sondern auch beim Lesen. Harry Potter and the Cursed Child fand ich grausig. Ich habe mich tierisch darüber aufgeregt. Ich muss auch ehrlich sagen, dass mich Joanne K. Rowling gerade nur noch nervt. Ende Juli heißt es, sie schreibt definitiv keine weiteren Bücher mehr aus dem Harry Potter-Universum und zwei Wochen später sind drei neue Bücher aus dem Harry Potter-Universum angekündigt. What?! Gefällt mir nicht. Ich werde sie nicht lesen und Fantastic Beasts ist für mich damit auch gegessen. Ich habe mich mit den beiden weiteren Teilen der Grisha-Trilogie gelangweilt (entweder kamen sie zur falschen Zeit, oder der Hype erschließt sich mir nicht) und Ein Sommer ohne uns, das das Thema offene Beziehung thematisieren sollte, was es auch auf knapp 50 Seiten getan hat. Interessant vom sprachlichen Aspekt her fand ich The Knife of Never Letting Go, auch wenn die Handlung nicht ganz so spannend war. Unglaublich berührt hat mich Lines of Yesterday, was ich so gar nicht erwartet hätte, leider haben mir Pain of Today und Hope of Tomorrow gar nicht gefallen.


Sense and Sensibilty mit *schnüff* Alan Rickman. Was für ein toller, gut gemachter und atmosphärisch schöner Film! Ich liebe Emma Thompson und Alan Rickman zusammen in einem Film zu sehen. Die harmonieren auf so eine wunderschöne und herzerwärmende Art, hach <3 Außerdem The 100. Ich hatte mich riesig auf die dritte Staffel gefreut, weil die beiden vorherigen überraschend gut waren und ich total gebannt vorm Fernseher saß. Nach der siebten Folge habe ich abgebrochen. Es war mir zu abstrus, verworren und zu viel jeder gegen jeden. Das mag ich in Game of Thrones dann doch lieber. Unbedingt gucken wollte und musste ich Groupies bleiben nicht zum Frühstück. Auch wenn ich nicht ganz der Zielgruppe entspreche, liebe ich diesen Film unheimlich. Ich mag den Wortwitz, Anna Fischer, Kostja Ullmann (was, der ist schon 32?!) und das Rockstar-Dasein. Ich bekomme immer gute Laune, wenn ich den Film sehe und so ein bisschen unbeschwerte Teenieschwärmerei tut mir manchmal ganz gut ;) Betty und ihre Schwestern (Little Woman) fand ich auch ganz toll, vor allem wie die Schwestern die Romane ihrer mittleren Schwester nachgespielt haben. Und dann noch Sieben Jahre in Tibet, wo ich überraschend auf David Thewlis (Prof. Lupin) traf und wieder mal darin bestätigt wurde, dass ich Brad Pitt als Schauspieler nicht mag (und mich unbedingt mehr mit dem Buddhismus beschäftigen sollte).


Michael Jackson. 
Bei Smooth Criminal knallen bei mir sämtliche Sicherungen durch, was oftmals dazu führt, dass es zwei Stunden auf Dauerschleife läuft, während ich tanze. Und ich habe ENDLICH ein Tutorial gefunden, bei dem die Choreo richtig verstehe. (das ist ein Lifegoal von mir, die komplette SC-Choreo zu können)
Trotzdem macht mich das Lied auch sehr traurig, weil ich es hauptsächlich zu einer Phase meines Lebens gehört habe, wo einfach alles perfekt war und weil ich meine MJ-Tanzgruppe ganz furchtbar vermisse... do you remember, how it all began, it just seemed like heaven, so why did it end...




Morgen beginnt meine Ausbildung und ich bin tierisch nervös. Wegen ... allem. Ich weiß gerade gar nicht genau, welche Gefühle überwiegen. Der September wird ein aufregender, aber auch furchtbar stressiger Monat. Es müssen so viele Dinge gelernt werden, mit denen ich mich zuvor noch nie beschäftigt habe. Ich bin sehr gespannt, wie ich damit so klarkomme. Und auch, wie meine Mitstreiter so sind.
Und dann gilt es, neue Routinen zu finden. Für alles - das Lernen, Schreiben, Sport, Me-Time. Ich denke, dass mir das mit den Erkenntnissen aus dem Studium gelingen wird, aber einfach ist anders. Schreibtechnisch ist für den September die Überarbeitung von Die Weltenbewahrerin geplant und Amicitia. Mal schauen, wie mir das gelingt.



"Du machst jetzt den Michael Jackson."
"Was?! Nein!"
"Doch! Du kannst das!"
"Aber ... A. hat doch den Handschuh!"  

(MJ-Tanzgruppe, 2009 - Diskussion mit meinem Tanzlehrer :D)



Wie war euer August? Wie geht ihr mit merkwürdigen Stimmungen um, von denen ihr nicht wisst, woher sie kommen? Welches Lied bringt euch so richtig zum Tanzen, no matter what? :D


Liebe Grüße





Freitag, 26. August 2016

Das Schreiben | Notizbücher (2)




Hallo ihr Lieben!

HIER hatte ich euch schon einige meiner Notizbücher vorgestellt und ein wenig über meine Projekte geplaudert. Wer denkt, dass das alles war, hat sich geirrt :D Kommen wir nun zu meinen weiteren Schätzen:


Dieses habe ich, wie so viele Notizbücher, von NaNuNaNa. Das Format finde ich schwierig, weswegen ich noch nicht genau weiß, was ich damit mache. Ursprünglich hatte ich ephemeer darin geplant, merkte aber, dass das Format nicht zu der Gedankenfülle passt. Ich mag es aber trotzdem sehr gerne und hoffe, dass ich bald eine Idee bekomme, wofür ich das Buch benötigen kann.

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Dieses Buch habe ich durch Zufall bei Kaufland auf dem Grabbeltisch gesehen. Das ist mittlerweile bestimmt schon sechs Jahre her. Erst vor kurzem wusste ich, für welches Projekt sich das Cover, das Format des Buches und auch die Seitenanzahl eignen wird: WTIS. Der Wolf passt perfekt zum Thema und ich fühle mich damit pudelwohl. Einige Notizen sind auch schon ins Buch gewandert. 


Diesen Ordner hatte mir vor Jaaaaahren meine Schwester geschenkt. Zuerst wollte ich darin Die Pflicht planen, mittlerweile habe ich dort drin alle ausgedruckten Notizen, was das Handwerk des Schreibens angeht. Auch wenn ich diese Dateien meist vom PC aus benutze, wollte ich es auch nochmal physisch haben, für den Fall von Stromausfall, Datenverlust oder was weiß ich, was es für Szenarien gibt, die einem ein Bein stellen können.


Diese zwei Notizbücher hatte ich mir bestellt, als Kossi in einem Video davon erzählte. Bisher habe ich noch keine Ahnung, was ich mit ihnen anstellen möchte (ich wiederhole mich :D). Aber sie sind super hochwertig gestaltet, haben hinten eine kleine Tasche für Notizzettel (mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich das liebe) und ein Gummiband, was ich ebenfalls mehr und mehr mag. „Reiseglück“ ist ein blanko Exemplar, was ich ja eigentlich nicht so gerne mag, aber in einem Anflug von Fernweh gekauft werden musste.


An diesem Block hänge ich ganz besonders, auch wenn er nicht besonders aussehen mag. Ich habe ihn mir vor etwas mehr als zehn Jahren bei Ikea gekauft und gleich zwei mitgenommen. Das war auch ganz gut so, da ich in dem einen die erste Hälfte von Die Zeitungswanderin geschrieben habe und in dem zweiten die Neuplanung vornahm. Dass ich für den zweiten und dritten Teil diesen Block nicht mehr habe (ihr merkt, ich mag es einheitlich), ärgert mich ein wenig, aber dadurch, dass so viel Zeit zwischen dem Schreibprozess der Trilogie lag, ist das schon okay.
Der Block ist liniert. Das einzige, was mich etwas stört, ist die Qualität vom Papier: Zum einen ist es recht dünn und wie von einer glatten Schicht überzogen, sodass Bleistifte schnell stumpf werden und noch schneller verwischen. Meine von 2005 beschriebenen Seiten kann man fast nicht mehr lesen :/

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Auch diese Notizbücher habe ich von NaNuNaNa.
Ich mag an den kleineren Büchern die Farbe, das Material und die eingestanzten Muster. Die beiden mit den Sätzen darauf werde ich als Ideennotizbuch verwenden, wenn mein Jetziges irgendwann voll ist :)


Das war es auch schon wieder in diesem Part. Wenn ich euch jetzt sage, dass das noch immer nicht alle Notizbücher sind, die ich besitze, lächelt ihr einfach nett und nickt, okay? :D






Freitag, 19. August 2016

Amicitia | Die Planung





Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch von der Planung zu Amicitia erzählen.

Nach meinem überaus ausgefeilten und detaillierten Plot, den ich euch im letzten Post vorgestellt habe (HIER) ;) machte ich mich daran, den Roman zu „planen“.

Man muss an dieser Stelle bedenken, dass ich 14 war und absolut keine Ahnung hatte, wie man das Vorhaben „einen Roman schreiben“ überhaupt angeht.

Ich begann damit, einige Szenen, die mir im Kopf rumschwirrten, aufzuschreiben. Ohne Sinn, ohne Struktur, ohne Plan. Ich wollte einfach das loswerden, was mich nicht mehr los ließ und das war dann eine Szene, die ich in meinen Block schrieb. Das war in den Ferien, wo ich noch keinen Laptop hatte und generell alles mit der Hand geschrieben habe. 



Diese Blätter legte ich dann nach der Rückkehr in einen ausgefransten Hefter und dabei blieb es erst einmal. (Der Hefter hält übrigens bis heute und ich weigere mich, ihn gegen einen Neuen einzutauschen :D)

Da ich ja jetzt ganz genau wusste, worauf ich hinauswollte, tippte ich  die Geschichte einfach drauflos. Es waren die ersten 5-11 Kapitel, die ich auf diese Art schrieb. Ich wusste ja grob, was passieren sollte und aus komischen Szenen hangelte ich mich mit unlogischen anderen Szenen heraus, die allesamt auch noch schlecht geschrieben waren. Aber das war mir egal, ich hatte total Spaß an der Sache und das war das Wichtigste für mich.

Irgendwie ging das aber so nicht und ich fand im Sammelsurium von Arbeitsutensilien große Karteikarten, die keiner mehr brauchte. Also schrieb ich darauf auf, was in den einzelnen Kapiteln passieren sollte. 

Kugelschreiber: 2004/05
Bleistift: 2011
Boah, wie doof ich war. Da hat man den Luxus dieser XXL-Karteikarten und schreibt nur 3-4 Zeilen darauf voll. Das ärgert mich bis heute :D 
(als ich dann Jahre später weiterschrieb, nutzte ich den Platz teilweise, um Notizen einzufügen, Szenen festzuhalten, die mir spontan kamen und einige Planungen vorzunehmen. Da sich meine Handschrift über die Jahre sehr veränderte, sind diese Karteikarten auch eine Art Zeitreise der Enstehung^^)

Es ist bisher das erste und einzige Romanprojekt, was ich auf diese Art geplant habe. Ich möchte das unbedingt nochmal machen, weil es eine ganz andere Art ist, sich mit dem Plot auseinanderzusetzen und zu beschäftigen. Dadurch, dass man nicht ALLES auf einen Blick sieht (Schneeflockenmethode war damals ein Fremdwort für mich), entwickelt sich die Geschichte anders, intuitiver. Das funktioniert natürlich bei sehr komplexen Werken nicht immer, aber bei diesem Projekt war es genau die richtige Methode und ich werde versuchen, es bei den anderen Bänden dieser Reihe ähnlich zu halten.

Denn je weniger ich geplant hatte (abgesehen von den groben Eckpfeilern), desto mehr Spielraum besaßen die Charaktere. Das brachte mich manches Mal in Teufels Küche (dazu mehr im Schreibprozess), aber es war spannend. Alles war ungeplant, neu und konnte so oder so ausgehen. Das fand ich super, weil es so überraschend war.


Nach und nach merkte ich aber, dass die 3-4 Stichpunkte nicht reichten und plante manche Kapitel in Form einer Tabelle detaillierter aus. Hat überhaupt nicht funktioniert. Nicht, weil das, was ich geplant hatte, nicht passte, sondern weil ich mir die Tabellen nie angesehen habe, sondern einfach weiter auf mein Gefühl gehört habe und das aufgeschrieben, was ich meinte, fühlen zu können.

Der Hefter ist also nun ein Sammelsurium aus aufgeschriebenen Szenen, nutzlosen Tabellen und Karteikarten, die nur dazu da waren, um professionell zu wirken, es aber nicht zu sein. Es herrschte das absolute Chaos und irgendwie spiegelt es genau das wieder, was die Kernessenz des Romans ist: Chaos pur in Zeiten der Pubertät :D


Also kehrte ich zu dem Discovery-Writing zurück und davon erzähle ich euch mehr im kommenden Post :) 




Freitag, 12. August 2016

Die Zeitungswanderin | Charaktervorstellung Ana





Hallo ihr Lieben!

Im letzten Post zu diesem Romanprojekt konntet Anas Mutter Shaina kennenlernen. Heute ist es an der Zeit, die Protagonistin selbst zu Wort kommen zu lassen.


Den Astaros zum Gruße.

Ich bin Ana und die letzte lebende Zeitungswanderin.

Meine Kindheit war von Zwiespalten geprägt: Zum einen erfuhr ich eine sehr liebevolle Erziehung durch meine Mutter, sodass es mir an nichts mangelte. Zum anderen fühle ich mich jedoch schuldig. Monteith, mein Vater, verließ meine Mutter, als er von meiner Gabe erfuhr. Sie machte ihm Angst und er wollte damit nichts zu tun haben. So ergeht es auch den anderen Dorfbewohnern, die uns ausschließen, weshalb meine Mutter von Existenzsorgen gequält wird. Manchmal möchte ich ein ganz normales Mädchen sein, das wie alle anderen in ihrem Alter zur Schule geht.

Es ist nicht immer leicht, mit meiner Gabe zu leben. Sie ist Fluch und Segen zugleich und es gibt Tage, an denen ich drohe, daran zu zerbrechen. Doch dann erkenne ich das Gute darin und mache weiter.

Diese Eigenschaft habe ich von meiner Mutter, Shaina, gelehrt bekommen: Niemals aufzugeben und das Schicksal so anzunehmen, wie es für uns vorgesehen ist. Es wird immer Ereignisse geben, die uns den Boden unter den Füßen wegreißen, gegen die wir uns sträuben und aufbegehren. Ändern, dass so etwas geschieht, können wir nicht. 

Ohne meine Gabe hätte ich beispielsweise meine beste Freundin Nayeli niemals kennengelernt, die in einer anderen Zeitung lebt als ich.

Nayeli ist die beste Freundin, die man sich vorstellen kann. Ohne sie und Shaina wäre ich schon längst an mir selbst zerbrochen. Mit ihr kann ich lachen; wir reden über unsere tiefsten Sorgen und Ängste und helfen uns gegenseitig aus den schwierigen Situationen, die uns gestellt werden, heraus. Dass sie in einer anderen Welt, mit anderen Gesetzen und Lebensstandards lebt, steht uns dabei nicht im Wege. Nicht einmal unsere verschiedenen Hautfarben unterscheiden uns voneinander.

Ich habe mich immer verloren gefühlt, weil ich so anders bin als die übrigen Menschen und dadurch Kummer und Leid über Shaina brachte.

An dem Tag, an dem ich erfuhr, dass man Nayeli entführt hat und ich die Einzige bin, die sie retten kann, begriff ich, dass meine Gabe keine Bürde ist, sondern ein Privileg.

Und dass die Freundschaft zu Nayeli mehr wiegt, als meine Angst vor dem Unbekannten.

Deshalb stand es für mich fest, dass ich sie suchen gehe. Dass ich während dieser Suche alles infrage stelle, wovon ich jemals wusste und woran ich geglaubt habe, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Doch es war nötig, um zu der Person zu werden, die ich im Herzen bin:

Die Zeitungswanderin.









Freitag, 5. August 2016

Persönliches | Wie ich durch das Bullet Journal produktiver wurde



Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch das Bullet Journal vorstellen, welches momentan sehr im Trend liegt. Auch ich habe die Vorteile dieses Notizbuches für mich entdecken können und möchte euch nun daran teilhaben lassen.

Zuerst einmal: Was ist das Bullet Journal?

Das Bullet Journal ist im Grunde genommen ein stinknormales Notizbuch. Dabei ist es egal, ob du das Original verwendest, die Version von Leuchtturm1917 oder ein kariertes oder liniertes Notizbuch aus einem 1€-Shop. Hauptsache, es fühlt sich für dich gut an, darin zu schreiben.
Entscheidend ist das System, dass sich die Macher des Bullet Journals ausgedacht haben und was folgendermaßen funktioniert:


Es ist also ein Kalender, den du für dich so gestalten kannst, wie du es möchtest, mit einem System, bei dem Organisation einfacher und übersichtlicher gemacht werden soll, aber nicht muss.

Warum habe ich mich für ein Bullet Journal entschieden?


Ich hatte mir als Vorsatz für dieses Jahr vorgenommen, Tagebuch zu schreiben und mir einen recht dicken und klobigen Kalender gekauft. Jeder Tag verfügt über eine Seite. Dort habe ich geschrieben, was mich am Tag bewegt hat, merkte aber schnell, dass eine Seite oftmals nicht ausreichte. Also habe ich einen Block gekauft, dort weitergeschrieben, mit dem Vermerk, das Blatt an die richtige Stelle einzufügen. Fand ich nicht schön und irgendwie auch nervig.

Dazu kommt, dass ich noch ein Dankbarkeitstagebuch (von der Flow), einen Notizblock mit Lesevorhaben und noch einen Kalender mit den richtigen Terminen führte. Ehe ich es mich versah, war ich zu dem geworden, was ich früher nie verstanden habe: Ein Mensch mit tausend Kalendern, wo einer doch seinen Sinn erfüllen sollte, weil mehr niemand braucht.

Je stärker ich mich mit dem Bullet Journal beschäftigte, desto mehr fühlte ich, dass es das war, wonach ich gesucht hatte, ohne zu wissen, dass ich es brauchte. Einen Ort, wo ich alles vereinen kann, was mich ausmacht und das ohne Platzbeschränkung.

Im April kaufte ich mein erstes Bullet Journal und trug alle Ereignisse nach und es fühlte sich richtig gut an, endlich den Platz zu haben, den ich brauchte. Mittlerweile ist es beinahe voll und im August ziehe ich in mein zweites Bullet Journal um und bin noch immer überzeugt von dem System.

Nun möchte ich euch erzählen, wozu und wie ich das Bullet Journal nutze.

Da ich absolut kein Händchen für Zeichnungen, Handlettering oder dergleichen habe, ist mein Bullet Journal eher weniger künstlerisch veranlagt. Eh ich mich über krüpplige Zeichnungen ärgere, lass ich es und bleibe im Rahmen meiner Möglichkeiten dem Minimalismus treu :D

Wie und wofür nutze ich das Bullet Journal?

  • Alltagsorganisation 

Zu Beginn des Monats habe ich eine Monatsübersicht, die ich sehr stark an BohoBerry (die sowieso DIE Vorlage für jegliche Bullet Journals ist) angelehnt habe. 


Eine Seite nutze ich für den Monat, in dem ich Termine und private Dinge eintragen kann, um alles auf einen Blick zu haben. Beispielsweise muss ich einmal im Monat zum Arzt, um meine Desensibilisierungsspritze gegen meine Allergie zu bekommen und kann so immer gut einsehen, wann ich das letzte Mal da war und im kommenden Monat wieder hin muss. Etwas, was in einem Tageskalender eher doof zu überblicken war. 


Eine Seite nutze ich für Ziele und Aufgaben des Monats, damit ich nicht aus den Augen verliere, was erledigt werden muss. Ich trage auch hier meine Wiegeergebnisse (rein aus Interesse) und meinen monatlichen TBR (to be read-Stapel) ein. 


Ich habe eine Monatsübersicht, in der ich jeden Tag einschreiben kann, was und wie viel ich geschrieben habe, um herauszufinden, ob ich die Zeit sinnvoll genutzt habe und wie gut ich vorangekommen bin. So fällt es mir leichter, bestimmte Arbeitsschritte einzuschätzen und sie im Voraus planen zu können. 

Seit ich diese Übersicht habe, komme ich auch mit einigen Dingen viel besser und vor allem schneller voran. Gerade das hat sich unglaublich positiv auf mein Schreibverhalten ausgewirkt und es ärgert mich wie sonst was, dass ich erst jetzt darauf aufmerksam geworden bin. Aber gut. Lieber spät als nie.

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Dann erstelle ich eine Wochenübersicht, in der ich meine To-Do-Listen einschreibe. Vorerst hatte ich das in meinem Tagebuch-Abteil, aber es nervte mich, dass ich quasi immer warten musste, bis ich den Tagebucheintrag eines Tages geschrieben hatte, bevor ich die To-Dos eines nächsten Tages einschreiben konnte. So habe ich alles auf einen Blick und finde die Wochenübersicht auch sehr anenehm. Für jemanden, der, seit er denken kann, NUR Tageskalender benutzt hat, eine große Umstellung :D

Mittlerweile schätze ich es aber sehr, eine Woche im Überblick zu haben und es fällt mir leichter, Termine und Aufgaben besser eintakten zu können. Wenn ich merke, dass ein Tag zu voll wird, lagere ich Dinge an andere Tage aus und versuche so, im Gleichgewicht zu bleiben. Geht natürlich nicht immer, aber der Ansporn ist da, ein gesünderes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Entspannung zu finden. Gleichzeitig trage ich in der Wochenübersicht auch meine Sportergebnisse ein und das motiviert mich sehr, dranzubleiben.

Insgesamt kann ich also sagen, dass meine Produktivität und mein Zeitmanagement durch das Bullet Journal positiv beeinflusst werden. Natürlich kostet es Zeit, solche Seiten einzurichten, die wiederum an anderen Ecken fehlt, aber wenn ich im Nachhinein so viel besser arbeiten und meinen Alltag organisieren kann, ist es mir das wert. Und letztendlich ist so etwas schnell gemacht, während ein YouTube Video läuft oder man die Lieblingsserie weiterschaut.

In Zukunft möchte ich gern einen Essensplan integrieren, um mich ein wenig gesünder zu ernähren, aber da hab ich noch keine gute Idee, wie ich den gestalten könnte. Aber genau das macht so viel Spaß - ein Layout für die Dinge zu entwickeln, die man im Auge behalten möchte. 

  • Persönlichkeitsentwicklung

Das Wort Persönlichkeitsentwicklung klingt jetzt so furchtbar hochgestochen. Aber ich habe einige Seiten in meinem Bullet Journal, wo ich mich selbst reflektieren kann. Den Platz gab es in meinem alten Kalender nie.

Dazu gehört für mich zum einen das Tagebuchschreiben. Wenn ein Tag mal mit 3-4 Seiten beschrieben wird, habe ich damit kein Problem mehr und muss auch keine extra Seiten einkleben. Wenn ein Tag nur drei Zeilen umfasst, ist das auch gut. Das ist so unglaublich befreiend, einfach zu machen, ohne dran zu denken, dass man nur noch fünf Zeilen hat und dann auf den Block umsiedeln muss. 


Außerdem kann ich mein Dankbarkeitstagebuch direkt in dem Tagebuch-Teil integrieren, was eine Menge Arbeit abnimmt, weil ich automatisch daran denke und nicht erst zu einem extra Notizbuch greifen muss.

Ich lasse jeden Monat Revue passieren, indem ich eine „memories“-Seite erstellt habe, auf die ich später noch einmal zurückkomme. Zum einen, um nicht zu vergessen, zum anderen aber, um meine Wahrnehmung zu schulen, sich auf das Positive zu fokussieren.


Der wichtigste Teil ist aber mein Habit-Tracker: Hier liste ich Angewohnheiten auf, die ich verstärken möchte (zum Beispiel jeden Tag 2-3l zu trinken) und Dinge, die ich ablegen möchte (Prokrastination, hallo!) Hier trage ich für einen Monat alles Gute und Schlechte ein und kann so stetig sehen, wie meine (Weiter-)Entwicklung ist und mich verbessern. 

Mein Trinkverhalten hat sich positiv verbessert, schließlich will man jedes Feld in dem Ding hübsch anmalen :D ich bin durch sowas ja total zu motivieren und es macht Spaß und hilft mir sehr, an mir und meinen Gewohnheiten zu arbeiten.

Dann habe ich noch einige Seiten zur Selbstreflektion drin, die zum einen aus ausfüllbaren Diagrammen bestehen, aus Fragen zu mir als Person, meinem Zeitmanagement oder auch meinem Verhalten. Das hilft mir, wenn ich immer mal wieder kurz innehalte und drüber nachdenke, was ich will und ob ich von meinem Kurs abweiche oder drauf und dran bin, gegen die Wand zu brettern.

Im neuen Bullet Journal möchte ich eine Seite einführen, die „braindump“ heißt und quasi ein sehr persönliches Twitter-Konto ist. Ich kann da in kurzen Gedanken raushauen, was mich bewegt, nur eben ganz für mich allein. Manche Dinge gehen die Öffentlichkeit einfach nichts an. Ich bin gespannt darauf, ob die Seite voll wird und weiterhin im Bullet Journal bleibt. 

Außerdem werde ich eine „Me-Time“-Seite einführen. Manchmal räume ich mir selbst zu wenig Raum mit Luxusdingen ein – mal eine Serie gucken und nichts nebenher machen oder die Füße hochlegen. Da ich grundsätzlich das Gefühl habe, zu wenig zu tun, spare ich als Erstes an dieser Stelle und darauf muss ich mehr achtgeben.

  • Listen generell

Ich LIEBE Listen jeglicher Art. Die kann ich dort ganz praktisch einbinden.

Zum Beispiel was ich vor Bali erledigen wollte und musste und nach Bali tun möchte. Eine Liste über Dinge, die mir helfen, Energie zu tanken oder auch, was mir Energie raubt. Wunschlisten, die ich nicht über goodreads oder Amazon führen möchte. 

Alles, was man auflisten kann, kann ich hier tun und was soll ich sagen: Ich liebe es unheimlich.
  • Notizen
Hier mal schnell was notieren, was man nicht vergessen darf, da noch eine Telefonnummer aufschreiben, weil man dort in drei Wochen anrufen muss, das Ergebnis war ein Zettelberg, den ich nicht mehr überblicken konnte. Jetzt kommt alles ins Bullet Journal, geht nicht mehr verloren und ist übersichtlich. Ist es durchgekreuzt, ist es abgehakt und braucht mich nicht weiter zu interessieren. Perfekt!

  • Tagebuch

Wie schon erwähnt, kann ich hier Tagebuch schreiben und das so viel, wie ich will. Mir sind keine Grenzen gesetzt und es macht einfach Spaß. 

  • Kreativer Ort, nur für mich

Ich hatte es ja an der „memories“-Seite angemerkt: Ich brauche manchmal einen kreativen Ort für mich, der nichts mit Worten in dem Sinne zu tun hat, wie ich sonst damit umgehe.


Ich kann nicht besonders gut malen und habe auch kein Interesse daran, mich darin zu üben. Aber ich hatte vor einigen Jahren ein „Wreck this Journal“-geführt und liebte es, auf unterschiedliche Art meinen Gedanken und Ideen Form zu verleihen. Sei es mit Farben, verschiedenen Schriftzügen (nichts Großes, aber immerhin) und in Form von kleinen Scetchnotes. Es hat mir total Spaß gemacht und ich merkte, dass ich das an meiner bisherigen Art, Tagebuch zu führen vermisste.

Deshalb male und kritzle ich auf der Seite alles auf, was mich den Monat über bewegt hat. Schön ist anders und im Nachhinein gefällt es mir meistens nie :D aber es macht Spaß und ich kann in den Momenten des Malens total abschalten. Und darum geht es letztendlich. Mal male ich mehr, mal schreibe ich mehr, es ist mein Austobplatz und Platz für Fehler und Hässlichkeit und das mag ich irgendwie. Vielleicht lache ich in ein paar Jahren drüber, wie krüppelig das aussah; vielleicht schüttele ich auch in fünf Jahren mit dem Kopf, dass ich noch immer so male wie ich es jetzt tue. Keine Ahnung, aber ich freue mich drauf. 

Allgemein mag ich es, hier und da einfach mal was zu kritzeln und in meinem Tagebuch war bisher nie Platz dafür und in meinem „offiziellen“ Kalender, den ich überallhin mitnehme, war mir das teilweise zu persönlich.

Früher habe ich das immer gemacht. In der Schule hat man sich in langweiligen Stunden die Kalender hin und her gereicht und da störte es mich nicht, weil man sich kannte. Aber als im Studium einfach eine Kommilitonin meinen Kalender griff und sich einige Dinge durchlas, hatte ich dabei kein gutes Gefühl mehr, private Dinge mit in die Öffentlichkeit zu nehmen. Da ich das bisher so nie erfahren hatte, hatte ich ein Problem, weil es ein Teil von mir war, solche Dinge auf diese Art festzuhalten. Deswegen mag ich einige Kalender der letzten Jahre gar nicht, weil da nur Termine drinstehen, nichts weiter. Da fehlt es mir an Persönlichkeit; an MIR.

Deshalb ist das Bullet Journal perfekt. Die Terminkalender werde ich nach entsprechender Zeit entsorgen, aber das Bullet Journal ist meine Persönlichkeit und das behalte ich. Natürlich. :D



Was mir am Bullet Journal gefällt

  • die freien Entfaltungsmöglichkeiten - alles ist genau SO wie ICH es will
  • das Format, die Farbauswahl, die Tasche im hinteren Bereich, das Gummiband (die Aufkleber für Buchrücken und Cover)
  • das Punktmuster, sodass man kritzeln, planen, schreiben kann
  • die Ideen, wie man Termine symbolisch darstellt und Aufgaben abhaken kann (mittlerweile nutze ich es überall, weil es so simpel und erfolgreich ist)
  • dass es genau DAS System ist, in dem ich mich entfalten, entwickeln und steigern kann
  • im Grunde genommen: das tun, worauf man Bock hat, egal was und wie viel und womit

Was mir am Bullet Journal nicht gefällt

  • dass ich mit einem Notizbuch nicht ein Jahr lang auskomme, sondern höchstens 3-4 Monate und das nervt mich
  • Qualität hat seinen Preis
  • manchmal gibt es diese Momente, in denen es anstrengend ist, dass man ALLES selbst gestalten muss. Wobei genau das ja der Sinn ist. 



Vielleicht werde ich irgendwann noch einmal einen Post dazu schreiben und vergleichen, welche Seiten und Methoden sich bewährten haben und was ich mittlerweile wieder geändert habe, sofern ihr daran Interesse habt :)


Habt ihr auch von diesem Trend gehört? Seid ihr selber Bullet-Journalers? Wie und wofür nutzt ihr es?

Wollt ihr weitere Einblicke, Empfehlungen oder dergleichen hören, dann lasst es mich in den Kommenaren wissen :) 


Dienstag, 2. August 2016

Gelebt | Juli 2016




ZACK! Mehr als die Hälfte des Jahres ist schon wieder vorbei. Krass. Gefällt mir absolut überhaupt nicht.

Wie ihr gemerkt habt, ist für den Juni kein Monatsrückblick erschienen. Das hat den einfachen Grund, dass ich dort nur wiederholt hätte, was ich in meinen Posts über die Bali-Reise erzähle.

Dafür geht es jetzt wie gewohnt weiter:



Der Juli war insgesamt ein recht ruhiger Monat.
Die heißen Tage haben mir hier und da ein wenig zugesetzt, weil ich bei so einem drückenden und schwülen Wetter zu Kopfschmerzen neige, was alles andere als angenehm ist.
Ich habe diesen Monat Guild Wars 2 für mich entdeckt und einige Stunden gezockt. Ich rechtfertige das immer als Inspirations-Recherche, weil mich danach immer große Lust packt, an Fantasyromanen zu feilen. Aber es macht richtig Spaß, durch Gegenden zu streifen, hier oder da mal raufzukloppen und Quests zu erfüllen. Mich gleicht das immer aus, vor allem wenn man lange Zeit am Text werkelt. Am lustigsten war es, als zwei Spieler(innen?) anfingen zu tanzen und ich einfach mitgemacht habe und wir dann allesamt Lachsmileys hin und her schickten. Allgemein sind die Spieler bisher sehr nett und aufgeschlossen, was ich so mitbekomme. Mehr als in anderen MMOs.
Ich musste mich zu Beginn des Monats von meinem geliebten Windows 7 trennen, weil da einfach mal gar nichts mehr ging und auf Windows 10 umsteigen. Mittlerweile sind wir beide zu dem Schluss gekommen, dass jeder macht wie er will, wir uns aber nicht unbedingt liebhaben müssen. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich damit glücklich bin. Aber die wichtigsten Programme laufen und ich kann arbeiten, das ist erst einmal die Hauptsache.
Weniger lustig waren die vielen gewaltvollen Attentate, die in der Welt passierten. Es verging ja gerade zum Ende des Monats hin kaum ein Tag ohne Schreckensmeldungen. Das war auch ein Grund, weswegen ich mich von Instagram etwas zurückgezogen hatte: Ich war die permanenten "pray for"-Hashtags leid und diese rassistische Hetze gegenüber unschuldigen Menschen, die einfach nur das Pech haben, eine bestimmte Hautfarbe oder Religion zu haben. Mittlerweile ist das Ändern von Profilbildern und die Hashtags zu einer Art Trendwettbewerb verkommen, der für mich nichts mehr mit Menschlichkeit oder Anteilnahme zu tun hat. Ja, jeder verarbeitet anders und ich will nicht pauschal sagen, dass JEDER es unehrlich meint, aber man. Was soll das. Und wie die Medien sich sofort auf den Amoklauf in München stürzten, war einfach nur abartig. So nach dem Motto "yeah! Endlich können wir alle Register ziehen, die wir monatelang vorbereitet haben, weil wir ENDLICH einen Terroranschlag haben!" Den Abend lief auf unseren Kanälen auf mehr als die Hälfte (!) kein normales Programm mehr, sondern nur noch endlose Spekulationen über keine neuen Tatsachen. Das war mir zu viel. Die Menschen waren mir zu viel und die Welt war mir zu viel.



Ich habe mich diesen Monat an die Überarbeitung der Lichmagierin gemacht und lief es anfangs sehr, sehr schleppend und besetzt von immensen Zweifeln und Ängsten. Zwischenzeitlich legten die sich und ich war sogar beinahe zufrieden. Doch dann traten neue Baustellen auf und sorgten für einige schlaflose Nächte, weil mich die Fragen rund um den Plot so quälten. Aber auch das bekomme ich irgendwie in den Griff. Dafür habe ich dann Zeit im August ;)
Geplottet habe ich nebenher an WTIS. Ich liebe das Projekt unheimlich und habe gleichzeitig großen Respekt davor. Die Art, wie ich diese Geschichte erzähle, wird anders als alles, was ich bisher geschrieben habe. Es erfordert eine sehr große Recherche, von der ich noch nicht weiß, wie ich sie in der Handlung unterbringen kann und gleichzeitig verlangt es mir emotional eine Menge ab. Etliche Male war ich kurz vorm Weinen, zum einen aus der Anspannung heraus, zum anderen aber auch, weil ich merke, wie befreiend es ist, die Geschichte Stück für Stück zu entwerfen. Ich kann es kaum erwarten, die Charaktere zu Wort kommen zu lassen und muss mich sehr zügeln nicht völlig planlos loszulegen.


An sich war der Juli ein guter Lesemonat, auch wenn ich mit meinem Leseverhalten dies Jahr alles andere als zufrieden und glücklich bin. Zu wenig kann mich packen und irgendwie lese ich weniger als jemals zuvor.
Ich habe Feuer und Stein von Diana Gabaldon gelesen und obwohl ich höchst skeptisch war, hat es mir gut gefallen. Sehr gut wäre etwas übertrieben, aber doch gut genug, dass ich dem zweiten Teil eine Chance geben möchte. Danach las ich in Die Gestirne von Eleanor Catton rein und hm. Bei so einem Klopper kann man nicht nach 50 Seiten sagen, ob es einem gefällt, aber ich merkte, wie meine Gedanken ständig abschweiften und ich überhaupt nicht hätte sagen können, was passierte. Eine riesige Überraschung war Shadow and Bone, der erste Grisha-Teil. NIE hätte ich gedacht, dass mir dieses total überhypte Buch SO gut gefallen kann. Aber so war es und ich sog jedes Wort auf (und bestellte direkt Teil zwei und drei).
Trotzdem glaube ich, dass sich mein Lesegeschmack momentan ein wenig wandelt. Ich will absolut nicht auf den "YA-Literatur ist mir viiiiiiiel zu kindisch, weil ich ja jetzt ach so erwachsen bin und mich ganz andere, ernstere Themen interessieren"-Zug aufspringen, weil ich diese Argumentationsweise echt nicht mag. Aber ich glaube, dass ich einen Ausflug in andere Genres brauche, wie zum Beispiel Historische Fantasy, so würde ich Feuer und Stein mal ganz grob umreißen. Ich merke auch, dass mich Bücher zu Themen reizen, die mich damals nie interessiert haben.
Trotzdem muss erst einmal der SuB weg, sonst setzen die Bücher noch mehr Staub an und das möchte ich nicht.


Ehrlich gesagt nicht viel.
Mir fehlt eine Serie zum Durchsuchten. Ich hatte mit Under the Dome angefangen, eine Serie, auf die ich mich letztes Jahr fast als Erstes stürzen wollte, nachdem ich Amazon Prime hatte und habe die ersten beiden Folgen völlig desinteressiert (nicht) verfolgt. Wie unwichtig die Kuppel für die Handlung ist, hat mich sehr enttäuscht. Ist das im Buch auch so? Danach gab ich Heroes eine Chance (Milo Ventimiglia!), aber auch hier: Pustekuchen. Also machte ich mich an Vikings, Game of Thrones, nur mit Wikingern. Aber nö. Auch das ist doof.
Für so einen Fall hole ich eigentlich immer The Tribe raus. Meine alleralleralleralleralleraller-liebste Serie für immer und ewig und danach und davor und immer. Aber da ich da alle Folgen mittlerweile sowohl auf Deutsch, als auch Englisch mitsprechen kann, hat mich das ebenfalls nicht begeistern können und das will echt was heißen.
Also habe ich Couchgeflüster gesehen, was Anspruchsloses für zwischendurch. War ganz nette Unterhaltung, aber irgendwie hat der Film den Absprung zum Ende nicht geschafft und ich war mit dem eigentlichen Ende dann sehr unzufrieden.
Gegen Ende des Monats wurde ich ENDLICH mit der dritten Staffel von The 100 erlöst. The Tribe in der 2015/16 Edition und Weltall, quasi. Die Serie ist einfach SO gut und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.


Red Hot Chili Peppers.
Seit ich in Bali im Hotel das Carpool Karaoke mit denen geschaut habe, bin ich wieder im Fieber. Sie machen einfach die beste Roadtrip-Musik.
(Wobei mir The Getaway leider gar nicht gefällt)





Im August steht die Überarbeitung von Lichtmagierin an erster Stelle. Ansonsten werde ich noch ein wenig meine Freizeit genießen, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Weiter ist erst einmal nichts geplant, wofür ich ganz dankbar bin.



"Sie haben da eine Narbe am Bauch. Wussten Sie das?" 
(Nein! Sag bloß! Ärztin bei der Untersuchung)



Wie habt ihr den Juli erlebt? Was fandet ihr vielleicht nicht so schön? Worauf freut ihr euch im August?


Liebe Grüße





 
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