Freitag, 24. März 2017

Die Zeitungswanderin | Sprache




Hallo ihr Lieben!

Im heutigen Post zu meinem Roman Die Zeitungswanderin soll es um Sprache gehen. 

Sprache allgemein hat schon immer eine sehr große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Ich liebe Sprachen, ich liebe Wörter und ich liebe, was man damit tun kann. Wie man mit allem, was der Wortschatz so hergibt, spielen kann und was sich daraus für neue Möglichkeiten ergeben.

Obwohl Linguistik in meinem Germanistik-Studium immer mein schlechtestes Fach war, konnte es meine Faszination nicht trüben und hat meiner Vorliebe auch keinen Abbruch getan. Ich habe zwar nicht immer alles verstanden (bei Aussagenlogik hört der Spaß dann irgendwann auch mal auf), aber interessant fand ich es immer.

Daher stand für mich fest, dass ich diese Liebe in Die Zeitungswanderin eingliedern wollte. Keine Sorge, ich verrate an dieser Stelle natürlich nicht wie und was und warum. Aber es werden einige Besonderheiten in dem Roman existieren, was Sprache angeht :) 

Die größte Herausforderung war für mich hierbei, nicht in totale Nerdigkeit abzudriften. Zuerst einmal hatte ich hierbei die Zielgruppe im Blick. Die Trilogie richtet sich an Leser ab 14 Jahren aufwärts. Wenn man sich überhaupt schon in dem Alter für Bücher interessiert, ist das mehr als genug. Da muss man nicht auch noch ein stark ausgebildetes Interesse an Sprache mitbringen, um meinen Roman überhaupt erst verstehen zu können. Das wäre dann doch etwas viel verlangt. Daher war es mir wichtig, dass der Lesefluss noch immer funktioniert. 

Der zweite Grund war, dass nicht jeder (und schon gar nicht Lesende ab 14 Jahren) Linguistik studiert haben und demnach in der Lage sein werden, die Dialoge in meinem Roman zu verstehen. Also habe ich den Nerd in mir in die Ecke gesetzt und das Ganze etwas vereinfacht, auch wenn ich mit einigen Regeln brechen musste, die mir Linguisten bestimmt übelnehmen werden ;) 

CVCC-Struktur (einzelne Schichten von Silben)
Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg), S. 112

Hierbei war das Buch, welches ich in einem ersten Semester an der Uni anschaffen musste, die größte Hilfe. Dass ich dort noch einmal abseits des Studium so oft nachschlagen und hereinschauen würde, hätte ich niemals gedacht. Obwohl ich viele Themen darin missverständlich abgehandelt finde, ist das mein liebstes Buch im gesamten Studium gewesen, weil ich das Gefühl habe, dass sich diese Investition sehr gelohnt hat. (Von dem Mittelhochdeutsch-Weddige kann ich das nicht behaupten, den haben so manche Studenten versucht in der Toilette zu ertränken. Zu Recht)

Auch jetzt, wo ich den Post vorbereite und darin blättere, merke ich, wie sehr es mich in den Fingern juckt, am liebsten noch einmal alles zu lesen. Ich habe mittlerweile schon so viel vergessen und das ist echt schade. Wenn die Mehrheit wüsste, was die deutsche Sprache alles so kann, wäre sie definitiv überrascht. 

Aber zurück zum Thema: 
Zum Beispiel war es anfänglich der Plan, dass Figuren die stimmhaften Konsonanten mit den stimmlosen tauschen.  

Stimmhafte und stimmlose Obstruenten
Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg), S. 89

Stimmlose Konsonanten sind*:
[P] wie in Pass
[T] wie in leiten
[K] wie in Kasse
[S] wie in weißen
[F] wie in Feier
(hierbei ist nicht die Schreibweise, sondern die Verlautung entscheidend, daher sind die Buchstaben in eckigen Klammern geschrieben, gemäß der Verlautungstabelle - IPA - Internationales Phonetisches Alphabet)

Stimmhafte Konsonanten sind*:
[B] wie in Bass
[D] wie in Leiden
[G] wie in Gasse
[Z] wie in weisen
[V] wie in Weier

Obwohl ich die Idee noch immer ziemlich cool finde, war der Lesefluss überhaupt nicht mehr gegeben. Ihr seht ja schon anhand der Beispiele, dass dadurch vollständig andere Worte entstehen, die ein komplett anderen Sinn ergeben als den, der eigentlich vorgesehen war. Eine Sprache, die nicht selbsterklärend ist, kann niemand der Zielgruppe gebrauchen. Also verwarf ich die Idee sehr schnell wieder, da ich während der Überarbeitung selbst vollständig den Faden verloren habe. 

Konstituentenstruktur (Säte in einzelne Abschnitte zerlegen)
Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg), S. 129
Trotzdem hat es mir enorm viel Spaß gemacht, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, auch wenn der Nerd in mir aufgrund der Zielgruppe nicht ganz zufriedengestellt werden konnte. Ich habe zwar keine eigene Sprache entworfen, so wie es in Game of Thrones oder Herr der Ringe der Fall ist, aber das war auch gar nicht mein Ziel.

Lasst euch überraschen! :)

Wie findet ihr Sprachen allgemein? Interessiert es euch, oder steht ihr dem Thema neutral gegenüber? Habt ihr eine besondere Lieblingssprache? Warum? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin furchtbar neugierig! :)






*Quelle: Einführung in die germanistische Linguistik, Jörg Meibauer (Hrsg.), J. B. Metzler Verlag 2007

Montag, 20. März 2017

Inspiration #4




Hallo ihr Lieben!

Im heutigen Inspirationspost gibt es ein Lied, welches ich euch zeigen möchte:



Ich habe es zum ersten Mal vor einigen Jahren auf YouTube entdeckt, als ich eine Playlist für epische Musik zum Schreiben der Zeitungswanderer-Trilogie suchte. 

Inspiriert hat es mich jedoch zu Szenen, die in der Wüste spielen. Irgendwann möchte ich mich den Fantasyprojekten für Materior widmen und dort spielt auch ein Wüstenvolk eine Rolle. Konkret sind die Ideen noch nicht, daher kann ich euch kaum etwas dazu sagen. Selbst wenn ich es wollte :D Jedoch sehe ich immer eine Karawane vor mir, wenn das Lied spielt. Das gleißende Sonnenlicht und die Dünen. Hitze und Dürre. 

Ich freue mich schon sehr darauf, mich diesem Lied vollkommen zu widmen, wenn das Plotten an Materior aktuell wird :)



Welches Lied hat euch zuletzt inspiriert?









Freitag, 17. März 2017

Amicitia | Reise durch Polen #3




Hallo ihr Lieben!

Im dritten Teil dieser Serie befinden wir uns zwar nicht in Polen, sondern in Litauen, aber da das Baltikum nur einen kleinen Teil der Tour ausmacht, habe ich es im Titel nicht erwähnt. 

Heute möchte ich euch mit zu einem besonderen Ort nehmen, dem Berg der Kreuze, oder auch der Siauliai Berg. Dieser Ort ist ein katholischer Wallfahrtsort in Litauen. Ich persönlich finde das Wort "Berg" etwas übertrieben, da es eher einem Hügel gleicht (den man vor lauter Kreuzen sowieso kaum sieht), aber Reiseführer müssen Dinge ja immer etwas beschönigen :D 


Wie der Name schon sagt, spielen Kreuze eine wichtige Rolle. Ihr könnt anhand der Bilder auch erkennen wieso - jeder, der möchte, kann dort ein Kreuz aufstellen, hauptsächlich um sich etwas zu wünschen, jemandem zu gedenken oder sich für etwas zu bedanken. 

Die Kreuze unterschieden sich alle sehr voneinander. Manche waren sehr schmucklos und lieblos in die Erde gestampft worden, manche waren mit kunstvollen Schnitzereien übersät, sodass es schon wieder ein wenig zu viel des Guten war.
(Auszug aus Amicitia - Chaos zu sechst)

Wie dieser Ort entstanden ist, könnt ihr gern hier nachlesen. Ich möchte vor allem den historisch-politischen Kontext ungern in Kürze darstellen, da ich zu wenig von der Thematik verstehe und keine falschen Darstellungen abgeben möchte. Denn darum soll es hierbei auch gar nicht gehen. 


»Wow, da geht’s aber echt zur Sache«, kommentierte Danny und ich musste trotz der seltsamen Situation lachen. 
Aber es stimmte: Vor uns türmten sich so viele Kreuze auf, wie ich sie noch nie in meinem Leben an ein und derselben Stelle gesehen hatte. 
(Auszug aus Amicitia - Chaos zu sechst)



Obwohl es schon ewig her ist, dass ich an diesem Ort gewesen bin, kann ich mich noch sehr an diese seltsame Atmosphäre erinnern. Man war ein wenig bedrückt, weil viele der Kreuze auch in Gedenken an Tote aufgestellt wurden, aber man fühlte auch den touristischen Kommerz dahinter. Das fand ich ein wenig schade, aber so ist das wohl bei solchen Orten immer irgendwie. 



Wie findet ihr diesen Ort? Unheimlich oder anziehend? Würdet ihr ihn besuchen, wenn ihr in Litauen unterwegs seid? Ich bin gespannt auf eure Antworten! :)



Freitag, 10. März 2017

Das Schreiben | Ideenfusionierung



Hallo ihr Lieben!

Im heutigen Post möchte ich das Thema Ideenfusionierung ansprechen. 
Hinter dem futuristisch angehauchten Wort steckt nicht mehr (oder weniger ;)) der Gedanke, bestehende Romanideen miteinander zu verschmelzen, um so den Zeit- und Arbeitsaufwand geringer zu halten. 

Das klingt im ersten Moment furchtbar pragmatisch und steht im krassen Kontrast zu dem romantisch angehauchten Bild, das viele Außenstehende von Autoren haben, schätze ich. Aber auch Autoren brauchen hier und da mal ein wenig Pragmatismus, um zu überleben :D

Ich führe eine Excel-Tabelle, in der ich jedes Projekt eintrage. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Ideen, die sehr gute Chancen haben, realisiert zu werden, da ich so einen Überblick erhalte, was da so alles auf mich zukommt. Ich trage aber auch Ideen ein, die bisher nur als flüchtiger Gedanke in meinem Kopf existieren und von denen ich nicht weiß, ob jemals mehr daraus wird. Es beruhigt mich, alles auf einen Blick vor der Nase zu haben. 

Fakt ist, dass ich niemals alle Ideen während meines Lebens realisieren kann, wenn ich den Anspruch hege, das Beste daraus zu machen. Da schleicht sich hier noch eine Idee dazwischen, da möchte ein Folgeband geschrieben werden und plötzlich stellt man fest, dass aus dem Einzelband eine Trilogie werden muss, weil sich sonst nicht alle Fragen und Handlungsfäden zufriedenstellend ineinanderfügen. 

Also setze ich mich mindestens ein Mal im Jahr hin und schaue alle Ideen durch. Meistens geschieht das im Rahmen meines Hausstauballergie-Festivals, das ich jedes Jahr im Januar zelebriere. Es gibt mir ein gutes Gefühl, direkt am Anfang des Jahres Ordnung in meine Projektideen zu bringen. 

Ich habe also meine Excel-Tabelle geöffnet, mein Ideennotizbuch und ein paar Schmierzettel.
In meinem Ideenotizbuch trage ich alle losen oder konkreten Ideen ein. Das kann von einem Dialog, einer Szene, nur einem Satzfetzen bis hin zu Ideen für Welten ohne Charaktere und Handlung, Themen, Namen, Fantasydetails alles sein. In (un-)regelmäßigen Abständen blättere ich darin herum und schaue, welche Idee mich noch so sehr fesselt, dass ich etwas daraus machen möchte.

via

Und nun beginnt die Ideenfusionierung:
Ich überlege, welche mehr oder weniger konkrete Idee so lose ist, dass es sich lohnen könnte, sie in eine bestehende Romanidee zu integrieren. So spare ich es mir, eine komplette Storyline samt Charakteren und Worldbuilding zu plotten, sondern gliedere einen Punkt in ein bestehendes Netz ein und habe so einen Roman weniger, den ich schreiben muss.

Mir geht es nicht darum, dass ich mich vor dem Schreiben drücken möchte oder mich auf möglichst galante Art durch diese Tätigkeit mogeln will. Vielmehr geht es darum, meinen Durst nach den Ideen, auf die ich richtig Lust habe, zu stillen und das ohne unnötigen Aufwand, für den mir die Zeit fehlt.

Zum Beispiel hatte ich letztes Jahr eine Idee für einen Endzeit-Roman. Alles, was existierte, war eine Szene, ein paar Bilder auf Pinterest und der Wunsch, diese Idee möglichst bald zu plotten. Da aber andere Projekte Vorrang haben, stellte ich es hinten an. 
Diesen Januar realisierte ich, dass es keinen Sinn ergibt, für diese winzige Idee ein komplettes Szenario zu entwerfen und freute mich, dass ich den Fetzen in ein bestehendes Romanprojekt schmuggeln konnte und dadurch ganz andere Wege einschlagen kann. New Tomorrow war bisher immer eines meiner Sorgenkinder und ich war schon kurz davor, das Ding vollständig aufzugeben. Doch nun habe ich das Gefühl, dass ich endlich auf dem richtigen Weg bin, in die Richtung zu gehen, die das Projekt von Anfang an wollte. Hier hat sich die Ideenfusionierung also definitiv gelohnt.

So ging es mir auch mit einem anderen Projekt. Starcatcher ist aus der Liste meiner Projekte rausgeflogen, weil ich es nicht mehr schreiben werde. Ich hänge an den Charakteren und auch an der Thematik. Aber die Storyline gefiel mir aus viel zu vielen Gründen überhaupt nicht mehr und ich habe ehrlich gesagt wenig Elan, dort das Bestmögliche herauszuholen. Ich habe schon viel zu viel daran herumgeschraubt und war bisher nie zufrieden. Aber das ist in Ordnung. Denn ich habe gemerkt, dass es nur einzelne Fragmente sind, die ich wirklich an der Idee mag und diese reichen nicht aus, um einen eigenständigen Roman daraus zu erarbeiten. Daher habe ich die Dinge, die ich daran mochte, konserviert und werde sie in ein anderes Projekt integrieren. Es tat für einen Moment weh, aber ich weiß, dass es die richtige Entscheidung ist, da sich mein Gewissen entlastet fühlt, diese Geschichte nicht "retten" zu wollen / müssen. 

Manche Ideen sind gut. Andere sind nicht mal so gut, dass es sich lohnt, Reanimation zu betreiben. 

Ideenfusionieren ist also immer ein Mittelweg zwischen Trauer und Vorfreude. Ein surreales Gefühl, das mich aber mit einem zurücklässt: Ruhe und Zufriedenheit.



Jetzt seid ihr dran: Wie handhabt ihr eure zahlreichen Ideen?




Montag, 6. März 2017

Inspiration #3



Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch mal wieder ein Buch vorstellen, das mich vor kurzem unglaublich inspiriert hat.



Almaz A hat mich schon sehr lange mit diesen wundervollen, poetischen und melancholischen Texten auf Instagram faszinieren können. Als ich erfuhr, dass ein Buch zu den Texten existiert, musste ich es sofort haben. Zugegeben, man hat es schnell durchgelesen, weil es wirklich nicht dick ist und nur die rechte Seite mit kurzen Texten beschrieben ist, aber ich finde den Preis von knapp 6€ in Ordnung.

Denn die Worte konnten mich sehr, sehr tief berühren. Ich musste mehrmals innehalten, weil sich die Worte so perfekt in die Geschichte von WTIS fügten, dass ich am liebsten das gesamte Buch in meinem Roman integrieren würde. Es wird mir auf jeden Fall eine gute Hilfe sein, mich in bestimmten Szenen in die richtige emotionale Stimmung zu versetzen und darauf freue ich mich schon sehr. 

Es hat mich mehr als nur inspiriert und ich weiß, dass ich es mehrmals lesen werde. 






 
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